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Ratgeber › Nikotin oder Teer

Nikotin oder Teer: Was ist eigentlich das Gefährliche am Rauchen?

Nikotin macht abhängig – aber die schweren Schäden richtet der Rauch an. Wer versteht, was genau schadet, versteht auch, warum manche Wege aus der Sucht besser funktionieren.

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Kurz gesagt: Nikotin ist der Stoff, der abhängig macht – aber es ist nicht der Hauptgrund, warum Rauchen so krank macht. Die schweren gesundheitlichen Schäden entstehen vor allem durch das, was bei der Verbrennung des Tabaks entsteht: Teer, Kohlenmonoxid und Dutzende krebserregende Stoffe im Rauch. Nikotin ist also nicht „harmlos", aber das eigentliche Zerstörungswerk erledigt der Qualm.

Nikotin: der Suchtstoff – aber nicht der Hauptschädiger

Nikotin ist der Hauptwirkstoff im Tabak. Es erreicht nach dem Zug innerhalb von Sekunden das Gehirn, dockt dort an bestimmte Rezeptoren an und stößt die Ausschüttung von Botenstoffen wie Dopamin an. Das erzeugt kurz ein Gefühl von Belohnung und Entspannung – und genau das macht Nikotin zu einem der Stoffe mit dem höchsten Suchtpotenzial überhaupt. Es ist der Grund, warum Aufhören so schwerfällt →

Aber – und das ist der entscheidende Punkt: Nikotin selbst gilt nicht als krebserregend. Nicht das Nikotin lässt die Lunge veröden, verklebt die Gefäße oder löst Tumore aus. Das übernehmen andere Stoffe.

Das heißt ausdrücklich nicht, dass Nikotin unbedenklich ist. Es ist ein starker Suchtstoff und wirkt auf den Kreislauf: Es lässt Puls und Blutdruck steigen und verengt die Gefäße. Für bestimmte Gruppen ist es klar problematisch – Schwangere, Stillende, Jugendliche und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Nikotin meiden bzw. nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden. „Nicht der Hauptschädiger" bedeutet also: harmloser als der Rauch – nicht harmlos.

Was ist im Tabakrauch? Die Schadstoffe der Zigarette

Sobald die Glut brennt, wird aus dem Tabak ein komplexes Giftgemisch – und genau darin liegt das Problem.

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) entstehen im Tabakrauch rund 4.800 verschiedene Substanzen. Davon sind mindestens 250 giftig und etwa 90 nachweislich oder wahrscheinlich krebserregend. Diese Stoffe stecken nicht im Tabakblatt an sich – sie entstehen erst durch die Verbrennung. Drei Gruppen tragen die Hauptlast der Schäden:

Merksatz: Nikotin hält dich am Rauchen fest – der Rauch macht dich krank. Das eigentliche Gift entsteht in der Glut.

Warum dieser Unterschied für dich praktisch wichtig ist

Wenn nicht das Nikotin selbst, sondern die Verbrennungsprodukte den größten Schaden anrichten, ergibt sich daraus eine naheliegende Konsequenz.

Ein Weg, bei dem der Körper zwar Nikotin bekommt, aber kein Tabak verbrannt wird, umgeht den gefährlichsten Teil – den Teer, das Kohlenmonoxid und die Kanzerogene aus dem Rauch.

Welche Form für wen passt, liest du im Vergleich Nikotinpflaster oder Kaugummi? → Sprich die Auswahl am besten mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke ab – besonders, wenn du zu einer der oben genannten Gruppen gehörst. Wer statt zu rauchen zur E-Zigarette gegriffen hat, findet Hilfe unter Vapen aufhören →

Und die gute Nachricht

Weil der Schaden vor allem aus dem Rauch kommt, beginnt der Körper sich zu erholen, sobald der Qualm ausbleibt. Der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut sinkt schon innerhalb des ersten Tages, die Sauerstoffversorgung verbessert sich, und mit der Zeit sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs deutlich. Jeder rauchfreie Tag zählt – nicht, weil du das Nikotin loswirst, sondern weil du deiner Lunge und deinen Gefäßen den täglichen Giftregen ersparst.

Wie lange das körperliche Nikotin-Verlangen dabei anhält, steht unter Nikotinentzug – wie lange dauert er? → und im großen Überblick zum Nikotinentzug →

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Häufige Fragen zu Nikotin, Teer & Schadstoffen

Ist Nikotin oder Teer schädlicher?
Beide schaden, aber unterschiedlich. Nikotin macht abhängig und belastet den Kreislauf, gilt aber nicht als krebserregend. Die schweren Schäden wie Krebs und Gefäßerkrankungen gehen vor allem auf Teer, Kohlenmonoxid und die krebserregenden Stoffe im Rauch zurück.
Ist Nikotin also harmlos?
Nein. Nikotin ist ein starker Suchtstoff, lässt Puls und Blutdruck steigen und verengt die Gefäße. Schwangere, Stillende, Jugendliche und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten es meiden oder nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden.
Was genau ist im Tabakrauch enthalten?
Beim Verbrennen von Tabak entstehen rund 4.800 verschiedene Substanzen. Mindestens 250 davon sind giftig und etwa 90 sind krebserregend – darunter Nitrosamine, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Benzol und Polonium-210.
Warum ist Nikotinersatz weniger schädlich als Rauchen?
Weil dabei kein Tabak verbrannt wird. Der Körper bekommt Nikotin in kontrollierter Dosis, aber ohne Teer, Kohlenmonoxid und die krebserregenden Verbrennungsprodukte des Rauchs. Deshalb gilt Nikotinersatz als wirksame Hilfe beim Aufhören.
Erholt sich der Körper wieder, wenn ich aufhöre?
Ja. Schon innerhalb des ersten Tages sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut, die Sauerstoffversorgung verbessert sich, und langfristig sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs deutlich.

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Quellen: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Tabakatlas Deutschland 2025 sowie Faktenblätter zu Schadstoffen im Tabakrauch · S3-Leitlinie „Rauchen und Tabakabhängigkeit" (AWMF 076-006, 2021, in Überarbeitung). Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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