Rauchfrei im Schichtbetrieb: was funktioniert, was scheitert
Ein Leitfaden für BGM-Verantwortliche in Produktion, Logistik, Bau, Pflege und Handwerk. Am Ende stehen fertige Texte, die Sie unverändert übernehmen können.
Zum Mitnehmen: über die Druckfunktion Ihres Browsers als PDF speichern — die Seite ist dafür eingerichtet.
1. Warum Präsenzkurse hier scheitern
Das Problem ist selten der Kurs. Es ist der Kalender.
Ein Präsenzkurs braucht einen festen Termin, eine feste Gruppe und mehrere Wochen Kontinuität. Wer in Wechselschicht arbeitet, kann keinen Dienstagabend über acht Wochen zusagen — und wer es zusagt, fehlt beim dritten Mal wegen einer Schichtverschiebung. Fehlt jemand zweimal, kommt er meist gar nicht wieder: Er hat den Faden verloren und will das nicht vor der Gruppe zugeben.
Dazu kommt die Mindestteilnehmerzahl. Ein Kurs, der erst ab acht Anmeldungen startet, startet in vielen Betrieben nie — und die sechs, die sich gemeldet hatten, erleben als Erstes eine Absage.
Nicht die Motivation scheitert, sondern die Terminlogik. Das ist eine gute Nachricht: Terminlogik lässt sich ändern.
2. Was eine digitale Maßnahme leisten kann
- Jeder beginnt an seinem eigenen Tag 1. Auch nachts nach der Spätschicht, auch drei Wochen später als der Kollege.
- Pausieren ohne Gesichtsverlust. Wer eine Woche aussetzt, macht dort weiter, wo er war — niemand sieht es, niemand fragt nach.
- Funktioniert ab einer Person. Keine Mindestgruppe, keine Absage.
- Ein Link, mehr ist nicht zu organisieren. Kein Raum, kein Kursleiter, keine Anwesenheitsliste.
3. Was sie nicht leisten kann
Ehrlichkeit an dieser Stelle spart Ihnen später die unangenehmen Gespräche:
- Sie ersetzt keine ärztliche Behandlung. Bei schwerer Abhängigkeit gehört ein Arzt dazu — eine App ist Selbsthilfe, kein Medizinprodukt.
- Sie erzeugt keine Motivation. Wer nicht aufhören will, hört auch digital nicht auf. Was sie kann: den Weg für die leichter machen, die wollen.
- Sie liefert Ihnen keine Namen. Das ist kein Mangel, sondern Bedingung — siehe Punkt 4.
- Sie ist kein zertifizierter Präventionskurs. Ob eine Maßnahme bei Ihnen steuerlich begünstigt ist oder Ihre Krankenkasse sich beteiligt, beurteilt Ihr Steuerberater. Wir werben nicht damit.
4. Die Anonymität ist keine Formalie
Rauchen ist am Arbeitsplatz ein heikles Thema. Wer sich zu einem Programm anmeldet, gibt zu, dass er raucht und dass er damit ein Problem hat. Solange auch nur die Möglichkeit im Raum steht, dass der Arbeitgeber davon erfährt, melden sich vor allem die, denen es ohnehin egal ist — und genau die brauchen es am wenigsten.
Deshalb: Der Betrieb sieht ausschließlich Zahlen, und auch die erst ab einer Mindestzahl von Teilnehmern. Bei drei Rauchern in einer kleinen Abteilung ist die Aussage, zwei davon seien seit 30 Tagen dabei, nicht mehr anonym — sie ist eine Namensliste mit Zwischenschritt.
Sagen Sie das laut, bevor jemand fragt. Ein Programm, dem die Belegschaft misstraut, hat verloren, bevor es angefangen hat.
5. Umsetzung in vier Schritten
- Bedarf grob schätzen. Sie brauchen keine Erhebung. Eine Schätzung der Raucherquote genügt, um die Größenordnung zu treffen — den Rest regelt das Kontingent.
- Kontingent buchen. Sie erhalten einen Link. Nicht mehr.
- Einmal ankündigen, einmal erinnern. Intranet-Text und Aushang stehen unten fertig. Die Erinnerung nach zwei Wochen bringt erfahrungsgemäß noch einmal so viele Anmeldungen wie die Ankündigung.
- Nichts weiter tun. Kein Nachfassen, keine Teilnehmerliste, keine Auswertung im Führungskreis. Wer gefragt wird, wie es läuft, steigt aus.
6. Fertige Texte für Ihren Betrieb
Übernehmen Sie diese Texte unverändert oder passen Sie sie an. Der Platzhalter
[LINK] steht für den Link, den Sie von uns bekommen.
Intranet-Meldung
Rauchfrei werden — wann es Ihnen passt
Ab sofort stellen wir allen Beschäftigten ein digitales Programm zum Rauchstopp zur Verfügung. Es läuft über das Handy oder den Rechner, Sie beginnen wann Sie wollen und in Ihrem eigenen Tempo — auch nach der Spätschicht.
Der Zugang ist für Sie kostenlos. Wir erfahren nicht, wer teilnimmt. Uns wird lediglich mitgeteilt, wie viele Zugänge insgesamt genutzt wurden, und auch das nur als Sammelzahl.
Hier geht es los: [LINK]
Aushang (Schwarzes Brett, Pausenraum)
Sie denken ans Aufhören?
Wir übernehmen die Kosten für ein digitales Rauchfrei-Programm — für alle, die wollen.
Kein Kurs, kein Termin, keine Gruppe. Sie fangen an, wann es Ihnen passt.
Niemand im Betrieb erfährt, dass Sie teilnehmen.
Zugang: [LINK]
Folie für die Betriebsversammlung
Neu: Rauchfrei-Programm für alle Beschäftigten
- Digital — Start jederzeit, eigenes Tempo, schichttauglich
- Kosten übernimmt der Betrieb
- Anonym: Wir erfahren nicht, wer teilnimmt
- Zugang über das Intranet
Erinnerung nach zwei Wochen
Erinnerung: Das Rauchfrei-Programm läuft weiter
Vor zwei Wochen haben wir das Programm angekündigt. Falls Sie es sich vorgenommen und dann vergessen haben — das ist der Normalfall, und der Zugang gilt weiter.
Sie können jederzeit beginnen: [LINK]
Wie es weitergeht
Wenn Sie wissen wollen, was das für Ihren Betrieb bedeutet — rechnerisch und im Aufwand: Auf der Seite für Betriebe steht ein Rechner, der mit Ihren Zahlen arbeitet, und ein Formular für ein Angebot.